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Jahreskreisfest Jul - das heidnische Winterfest der Hexen

Das Julfest (oder auch Yule geschrieben) ist das heidnische Pendant zum christlichen Weihnachtsfest und läutet für viele Hexen eine wichtige rituelle Phase ein. Beginnend mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember, gefolgt von den Rauhnächten, kann Jul noch bis Februar gefeiert werden. Welche Bedeutung Jul hat und warum dir einige Bräuche so bekannt vorkommen, klären wir in diesem Blogartikel.


Inhalt


Wann feiert man Jul?

Jul beginnt mit der Wintersonnenwende, die immer zwischen dem 20. und 23. Dezember stattfindet. Im Jahr 2022 fällt die längste Nacht des Jahres auf den 21. Dezember. Danach beginnt die Zeit zwischen den Jahren, auch Rauhnächte genannt. Es lässt sich darüber diskutieren, ob die Rauhnächte direkt nach der Sonnenwende beginnen oder erst mit dem christlichen Heiligabend am 24. Dezember. Wie auch immer man sich entscheidet, die Rauhnächte umfassen in der Regel 12 bis 13 Nächte, die sich bis in den Januar hinein ziehen.

In der Hexerei ist das Pentagramm ein Symbol für die fünf Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft und Geist) und wird gerne als Schutzsymbol genutzt.

Woher kommt das Julfest?

Auch wenn Jul gerne als das heidnische Gegenstück zum christlichen Weihnachtsfest bezeichnet wird, wurde die Zeit der Wintersonnenwende in zahlreichen Ländern und Kulturen bereits lange vor der Christianisierung Europas gefeiert.


Die Quellenlage für die Herkunft des Festes namens "Jul" und seiner Traditionen ist dünn, doch man geht davon aus das es seinen Ursprung in den Volksgruppen der Germanen und anderer nordeuropäischer Kulturen hat. In Skandinavien wird das Weihnachtsfest übrigens noch immer Jul genannt.


Anders sieht das bei den Bräuchen rund um die Wintersonnenwende bzw. Mittwinterfeste aus. Die ersten Belege für Feiern rund um die Wintersonnenwende (auch Winter Solstice genannt) stammen aus der prähistorischen Zeit und gehen bis in die Steinzeit zurück. Die Wintersonnenwende war für unsere Vorfahren von großer Bedeutung, da sie den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres markierte. Danach wurden die Tage endlich wieder länger und die Wärme und das Licht kamen langsam zurück.


Welche Bedeutung hat Jul?

Mit Jul wird das Wiedererstarken des Lichts gefeiert, denn mit der Wintersonnenwende nehmen die Sonnenstunden langsam wieder zu. In der Zeit den Julfestes geht es um die Balance von Licht und Dunkelheit, Vergangenheit und Zukunft, Gutem und Bösem.


Wintersonnenwende

Für unsere Vorfahren war die Wintersonnenwende wichtig, da sie ihnen zeigte, dass die Tage wieder länger werden und dass der Winter bald vorüber sein würde. Sie markierte den Beginn des neuen Jahres und gab den Menschen die Gewissheit, dass sich die Natur wieder erholen und neues Leben hervorbringen würde.


Rauhnächte

Als Rauhnächte werden die Tage zwischen dem neuen und dem alten Jahr bezeichnet. Im dunklen Winter waren sie ursprünglich eine Zeit, in der die Menschen sich auf das neue Jahr vorbereiteten und sich auf die kommenden Herausforderungen einstellten.


Die Rauhnächte können die dunkelsten, unheimlichsten und gleichzeitig die heiligsten Tage des Jahres sein. Sie fühlen sich irgendwie anders an als der Rest des Jahres. Kein Wunder, dass sie gleich drei verschiedene, aber äußerst spannende Bedeutungen haben.


Die Nächte der Rauen

Es heißt, dass sich in der Zeit zwischen den Jahren der Schleier zur Anderswelt erhebt und die rauen Wesen durch den Himmel und über die Erde jagen. Man nennt es auch die wilde Jagd, bei der ein Geisterheer auf der Suche nach verlorenen Seelen des nachts durch die Gassen fegt. Die Geschichten über die wilde Jagd haben ihre Wurzeln in der germanischen Mythologie. Während die Geisterschaar in norddeutschen Sagen vom wilden Jäger Wode angeführt wird, ist es in Süddeutschland oftmals eine Figur aus unseren Kindertagen: Frau Holle!


Was hat Frau Holle mit den Rauhnächten zu tun?

Frau Holle ist eine Figur aus dem deutschen Volksglauben, die oft mit den Rauhnächten in Verbindung gebracht wird. Frau Holle, auch bekannt als Frau Perchta oder Holda, wird oft als Hexe, Naturgewalt oder Göttin dargestellt, die während der Rauhnächte durch das Land zieht und das Wetter und das Schicksal der Menschen beeinflusst. Als Frau Perchta mit ihren Perchten überwacht sie die Einhaltung der Rauhnachtsregeln. Es gibt verschiedene Legenden und Geschichten über Frau Holle und ihre Rolle bei den Rauhnächten, die sich je nach Region unterscheiden. Je nachdem, wie man ihr begegnet tritt sie als böser Geist in Aktion, der Unheil bringt, oder als Hüterin der Natur und des Lebens.

Rauchnächte
ie Räucherungen werden oft in Verbindung mit Ritualen und Beschwörungen durchgeführt, um die Kräfte des Lichts und des Friedens herbeizurufen und böse Geister fernzuhalten.

Rauhnächte werden auch Rauchnächte genannt, weil es in vielen Kulturen Brauch ist, während dieser Zeit Räucherstäbchen oder Räucherkerzen zu verbrennen, um das Haus und die Menschen zu schützen und zu segnen. Die Räucherungen werden oft in Verbindung mit Ritualen und Beschwörungen durchgeführt, um die Kräfte des Lichts und des Friedens herbeizurufen und böse Geister fernzuhalten.


Beliebtes Räucherwerk zu den Rauhnächten ist: Salbei, Rosmarin, Weihrauch und Myrrhe. Die Devise lautet: In den Rauhnächten kann gar nicht genug geräuchert werden, du kannst also unbesorgt in jeder Nacht deine Wohnung ausräuchern und im Duft des Räucherwerkes deine Rauhnachtsrituale vollziehen.


Orakelnächte

In der Zeit der Rauhnächte ist die Grenzen zwischen den Welten besonders dünn und es leichter ist, in Kontakt mit geistigen Kräften und verstorbenen Ahnen zu treten. Aus diesem Grund werden Orakel und Weissagungen oft dazu verwendet, die Zukunft vorherzusagen und Rat und Hilfe von geistigen Kräften zu erhalten.


Eine der bekanntesten Methoden ist das Kartenlegen, bei dem Tarot- oder Orakelkarten ausgewählt und in einer bestimmten Anordnung auf dem Tisch ausgelegt werden. Die Bedeutung der Karten und ihre zusammengehörigen Muster können dann interpretiert werden, um Informationen über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zu erhalten. Du möchtest mehr über Tarot erfahren? Dann klicke hier.


Welche Traditionen hat das Julfest?

Viele moderne Traditionen der Julfeier für Hexen und Neuheiden gehen nicht auf belegte Quellen, sondern viel mehr auf interpretierte germanische und keltische Mythen zurück. Im Folgenden stelle ich dir drei Traditionen vor, die an Jul sehr beliebt sind.


Das Licht des Julblocks feiern

Der Julblock, auch bekannt als Yule Log, Christklotz, Mettenstock, Christbrand, Weihnachtsscheit oder Christblock, ist ein geweihter Holzklotz, den man am Abend der Wintersonnenwende ins Feuer legt und der bis zum neuen Jahr brennen soll. Ein Stück des Julblocks soll aufbewahrt werden, um den neuen Block im nächsten Jahr zu entzünden.


Der Holzscheit symbolisiert das Erstarken des Lichtes und soll die Menschen vor den Geistern der Rauhnächte schützen. Früher war es nicht unüblich die Rauhnächte vor dem Feuer zu verbringen, sich Geschichten zu erzählen und Karten zu spielen.

Der Julblock, auch bekannt als Yule Log, Christklotz, Mettenstock, Christbrand, Weihnachtsscheit oder Christblock, ist ein geweihter Holzklotz, den man am Abend der Wintersonnenwende ins Feuer legt und der bis zum neuen Jahr brennen soll.

Eine moderne Adaption für Wohnungen und Häuser ohne Kamin ist der geschmückte Julblock mit drei Kerzen. Üblich sind Kerzen in den Farben Grün, Rot und Weiß. Grüne Kerzen stehen für neues Wachstum, Wohlstand und Gesundheit und den Frühling. Rote Kerzen stehen für Willenskraft und Mut und symbolisieren auch die Geburt. Weiße Kerzen werden in der Regel zum Schutz verwendet und symbolisieren das Licht.


Woher kommt der Weihnachtsbaum?

Wusstest du, dass die Tradition des Weihnachtsbaumes eigentlich einen heidnischen Ursprung hat?

Es ranken sich wirklich viele Mythen darum, woher der Weihnachtsbaum nun eigentlich kommt. Eine Theorie besagt, dass Menschen sich schon vor Jahrhunderten zur Zeit der Wintersonnenwende sogenannte Wintermaien ins Haus holten. Diese immergrünen Zweige, sollten ein Zeichen des Lebens und der Fruchtbarkeit sein, man wollte sich ein Stück Natur ins eigene Heim holen und somit die Verbindung dazu stärken.


Außerdem sollten die Wintermaien die bösen Geister vertreiben und versprachen Schutz und Fruchtbarkeit. Im Christentum wurde der Brauch später übernommen und in die Weihnachtsfeierlichkeiten integriert. Es ist jedoch umstritten, wann genau diese Übernahme stattgefunden hat und ob sie von Kirchenvätern oder dem Volk selbst ausgegangen ist.

Ungefähr im 15. Jahrhundert wurden die immergrünen Zweigen im Haus zum geschmückten Tannenbaum. Im 19. Jahrhundert erfreuten sich Weihnachtsbäume dann bald weltweiter Beliebtheit.

Vielleicht bekommen die Wintermaien als nachhaltige Weihnachtsbaum-Alternative ja ein Revival? Denn mit den grünen Zweigen schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ss muss kein Baum gefällt werden und trotzdem hat man frische, gut duftende Zweige im Heim.


Welche Rituale kann man als moderne Hexe an Jul vollziehen?


Altar schmücken: Suche dir einen schönen Platz, an dem du deinen Altar für die Julzeit errichten willst. Es kann ein Tisch, ein Regal, auf einer Kommode oder einem Fensterbrett sein. Du kannst deinen Altar z.B. mit Immergrünen Zweigen, Kiefernzapfen, Walnüsse, Kerzen, Runen oder Orakel-Karten, die deine Julzeit begleiten, Räucherwerk und einem Julbock aus Stroh schmücken.


Orakeln: Nimm dein liebstes Orakel-Tool zur Hand und bitte es um Input für den Start ins neue Jahr. Du kannst Runen, Tarot-Karten, andere Orakelkarten oder einfach nur deinen Geist und eine tiefe Meditation dafür verwenden.


Räuchern: Räuchere vor und nach deinen Ritualen deinen Raum. Du kannst aus dem Räuchern selbst auch ein Ritual machen, indem du dich im Urzeigersinn durch deine Wohnung und durch jeden Raum bewegst. Starte an der Eingangstür, öffne jedes Fenster, an dem du vorbeikommst und schließe sie erst wieder, wenn du einmal durch deine ganze Wohnung gegangen bist.


Reflektieren und Meditieren: Nimm dir am Abend der Winntersonnenwende, in diesem Jahr fällt sie auf den 21. Dezember, ein wenig Zeit und Ruhe für dich. Zünde eine Kerze an und nimm dir Zeit, um über das vergangene Jahr nachzudenken: Was lief gut? Was lief schlecht und war eine wichtige Lektion? Was hast du über dich gelernt?


Traumdeutung: Das Traumritual ist ein beliebtes und weit verbreitetes Ritual für die Rauhnächte. Dabei nimmst du die Träume, die du während der Rauhnächte hast, ganz genau unter die Lupe. Du kannst ein Traumtagebuch führen und deine Träume nachdem du sie aufgeschrieben hast, ausführlich interpretieren. Manche sagen sogar, dass deine Träume in dieser Zeit Hinweise auf deine Zukunft bereit halten.


Licht verbreiten: Lass das Licht nicht erlischen! Nutze die Festlichkeiten, um Freude und Harmonie zu verbreiten. Sorge auch in deinem eigenen Zuhause durch Kerzen und Räucherwerk für viel Gemütlichkeit.


Nostalgie und Mystik feiern: Die Julzeit ist die perfekte Zeit für Ruhe und Rückschau. Wie gehts das besser als mit alten Geschichten und Filmen aus den Kindertagen? Vielleicht legst du dir auch ein Geschichtenbuch mit alten Mythen und Sagen für die Winterzeit zu und liest die Geschichten deinem Partner, deiner Familie oder einfach nur dir selbst vor.


Hol dir den Jul Ritual Guide für deine Zeit zwischen den Jahren

Du hast Lust bekommen, das Julfest ganz nach Hexenmanier zu feiern? Mein digitaler Ritual Guide führt dich mit 6 ausführlichen Ritualen durch die Wintersonnenwende und die anschließenden Rauhnächte.


Egal ob Baby Witch oder Fortgeschritten - beim Guide ist für alle etwas dabei.


Der Guide eignet sich auch perfekt als achtsames Weihnachtsgeschenk und ist jedes Jahr wiederverwendbar.




Quellen und weiterführende Literatur:

Weidner, Christopher: Raunächte. Die zwölf heiligen Nächte. Rituale, Brauchtum, Weissagungen.


Für weiterführende Literatur zu dem Thema, schaue bei meinen Empfehlungen vorbei.



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